
Wie aus einem starken Produkt ein zukunftsfähiges Unternehmen wird
Strategie mit Klarheit: Wie die Fabromont AG ihr Geschäftsmodell neu ausrichtet
Ein einzigartiges Produkt allein ist noch keine Strategie. Genau darüber spricht Marco Dalla Bona, Geschäftsführer der Fabromont AG, in der aktuellen Folge von „Hoffnung ist keine Strategie“ mit Christian Underwood. Die Fabromont AG gilt als Hidden Champion aus der Schweiz: Mit Kugelgarn entwickelte das Unternehmen eine weltweit einzigartige Bodenbelagskategorie, verfügt über mehr als 200 Patente und realisierte Projekte wie die Europäische Zentralbank. Doch trotz dieser starken Ausgangslage stand das Unternehmen vor einer zentralen Frage: Wie entwickelt man aus einem außergewöhnlichen Produkt ein zukunftsfähiges, strategisch klar positioniertes Unternehmen?
Warum starke Produkte allein nicht reichen
Viele mittelständische Unternehmen denken stark vom Produkt aus. So auch Fabromont in der Vergangenheit. Doch genau darin liegt häufig die Gefahr: Unternehmen verlieben sich in ihre Technologie und verlieren dabei den Blick auf die eigentlichen Kundenbedürfnisse. Marco Dalla Bona beschreibt im Podcast einen entscheidenden Perspektivwechsel: Weg vom rein produktgetriebenen Denken – hin zu einer klaren Orientierung an konkreten Anwendungsfeldern und Marktsegmenten. Dafür wurde zunächst eine umfassende Market-Intelligence-Struktur aufgebaut. Ziel war es, Transparenz über Märkte, Potenziale und Kundenanforderungen zu schaffen. Das Ergebnis: zehn klar definierte Anwendungssegmente, auf die das Unternehmen seine Strategie heute konsequent ausrichtet. Strategie wird dadurch nicht abstrakt, sondern konkret steuerbar. Statt allgemeiner Wachstumsziele entstehen datenbasierte Entscheidungen mit klaren Prioritäten.
Daten schaffen Klarheit – und Fokus
Ein zentrales Learning der Folge: Strategische Klarheit entsteht durch Fakten. Die Fabromont AG analysiert heute Märkte bis auf Vertriebsgebietsebene und verbindet externe Marktdaten mit internen Vertriebskennzahlen. Dadurch wird sichtbar, wo tatsächliche Marktpotenziale liegen und welche Segmente strategisch relevant sind. Besonders spannend ist dabei die Konsequenz, mit der aus den Daten operative Steuerung entsteht. Vertriebsteams erhalten konkrete Zielgrößen, Marktanteile werden messbar und Wachstumsziele realistisch planbar. Strategie endet damit nicht in Workshops oder PowerPoint-Folien, sondern wird direkt in den Alltag übersetzt. Genau darin liegt für Marco Dalla Bona einer der größten Vorteile professioneller Strategiearbeit: Klarheit für die gesamte Organisation.
Strategie bedeutet auch Verzicht
Ein besonders wichtiger Punkt der Episode: Gute Strategie definiert nicht nur, was ein Unternehmen tun will – sondern auch, worauf bewusst verzichtet wird. Gerade Unternehmen mit starken Produkten neigen dazu, möglichst viele Marktchancen gleichzeitig verfolgen zu wollen. Doch langfristige Differenzierung entsteht erst durch Fokus. Die Fabromont AG positioniert sich deshalb gezielt dort, wo die Vorteile des Produkts wirklich relevant sind: langlebige, hochbeanspruchte Anwendungen mit klaren wirtschaftlichen Vorteilen über den gesamten Lebenszyklus. Wer dagegen lediglich kurzfristige oder modische Lösungen sucht, gehört bewusst nicht zur Zielgruppe. Diese Klarheit vereinfacht nicht nur Vertrieb und Positionierung, sondern stärkt auch die interne Entscheidungsfähigkeit.
Vom Produktanbieter zum Systemanbieter
Neben der strategischen Fokussierung arbeitet die Fabromont AG an der nächsten Entwicklungsstufe: dem Ausbau vom reinen Produkthersteller hin zum Systemanbieter. Dazu gehören neue Installationssysteme, digitale Kundenlösungen und zusätzliche Services rund um den Bodenbelag. Gleichzeitig investiert das Unternehmen wieder stärker in Forschung und Entwicklung, um an den Innovationsgeist des Gründers anzuknüpfen. Besonders bemerkenswert: Trotz hoher Produktionskosten hält Fabromont bewusst am Standort Schweiz fest. Möglich wird das durch hohe Automatisierung, technologische Differenzierung und eine klare Positionierung im Premiumsegment. Statt über den Preis zu konkurrieren, setzt das Unternehmen auf Einzigartigkeit, Qualität und langfristigen Kundennutzen.
Strategie wird erst in der Umsetzung real
Ein weiteres zentrales Thema der Folge ist die Umsetzung von Strategie. Denn der eigentliche Unterschied entsteht nicht im Workshop, sondern im Alltag. Deshalb setzt die Fabromont AG inzwischen auf klare Verantwortlichkeiten, professionelle Projektsteuerung und ein verbindliches PMO. Maßnahmen werden konsequent verfolgt, Meilensteine überprüft und Fortschritte transparent gemacht. Gerade dieser Schritt wird laut Marco Dalla Bona oft unterschätzt: Sobald Strategie operativ messbar wird, verändert sich auch die Unternehmenskultur. Verantwortung, Fokus und Verbindlichkeit nehmen zu – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, strategische Ziele tatsächlich zu erreichen.
Für wen sich diese Folge lohnt
Diese Episode ist besonders relevant für Unternehmer, Geschäftsführer und Strategieverantwortliche im Mittelstand, die ihr Unternehmen klarer positionieren und strategisch weiterentwickeln wollen. Sie zeigt eindrucksvoll, dass selbst erfolgreiche Hidden Champions ihre Strategie kontinuierlich hinterfragen müssen – und dass Klarheit oft der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist. Jetzt reinhören und erfahren, warum erfolgreiche Strategie nicht bei Produkten beginnt, sondern bei Klarheit.
SHOWNOTES
Marco Dalla Bona https://www.linkedin.com/in/marco-dalla-bona-22817515/
Christian Underwood https://www.linkedin.com/in/christianunderwood/
Strategic Decision Intelligence: https://strategicdecisionintelligence.ai
Magazin “Hoffnung ist keine Strategie” https://shop.strategyframe.ai/products/hoffnung-ist-keine-strategie-ii-1-strategic-decision-intelligence
Alle Links https://linktr.ee/strategyframe